Mutengene

6 04 2010

03.04./3°° Uhr – der Wecker klingelt – ich war natürlich schon wach…noch schnell die letzten Dinge im Rucksack verstaut, die extrem wichtige Schutzfolie, die mein Gepäck wenigsten etwas vor dem rauen Umgang des Flughafenpersonals schützen sollte, rumgewickelt und…

4°° Uhr – Abfahrt nach Tegel. Dort dann doch zu früh, langes Warten auf das Bording Personal. Zum Glück war meine Familie dabei, die mir das Warten etwas erleichtert hat. Und dann tatsächlich gar keine Probleme beim Einchecken – unglaublich – trotz drei Gepäckstücken und nicht immer ganz 23 kg…

6.45 Uhr – Abflug nach Brüssel

8°° Uhr – pünktliche Ankunft in Brüssel…MÜDE‼!

10.50 Uhr – Nein, kein pünktlicher Abflug

11.30 Uhr – Ja, jetzt war alles repariert – Abflug nach Kinshasa (Ja, ja, auch bei mir machte sich Verwirrung breit, aber es ging über Douala…)

17.15 Uhr (Douala Ortszeit) – Ladung, raus aus dem Flugzeug und wusch – 31°C und 83% Luftfeuchte und ich in Fleecejacke und dicken Jeans. Aber erstaunlich gut organisierter Empfang für mich. Da ich das Procedere ja nun schon kannte (erst Impfausweis, dann Personalausweis mit peinlich genau ausgefülltem Einreiseformular und dann noch kritischer Blick, ob das Foto wirklich den Menschen zeigt, der da vor einem steht) war ich auch rasch in der „baggage claim area“. Dort hat mir Roger dann geholfen mein Gepäck zu finden. Erst habe ich ziemlich gezittert, weil meins nicht kam, aber Geduld… Und – tada: nahezu unbeschädigt (dank Schutzfolie) alle drei Gepäckstücke. Nu ab zum Zoll und dann so´n Mist: ich soll die eine Tasche öffnen und zwar die, mit dem DNA-Extraktionskit (für alle, die damit nichts anzufangen wissen: Chemikalien, die aussehen, als wollte ich eine Bombe bauen). Aber der gelangweilte Zollbeamte schaffte es gerade so mit seinem müden kleinen Finger eine meiner Jeans zu lüften und dann hatte er keine Lust mehr. Geschafft‼!

Mich hat dann der Fahrer, den ich auch schon von meinem letzten Besuch kannte nach Mutengene gefahren, wo ich dann nur noch müde nach einer angenehmen Dusche in meinem wunderbaren Rest House ins Bett gefallen bin.

Tja und dann am Sonntag habe ich schön ausgeschlafen, nachdem ich aus dem Bad kam stand mein Frühstück im Zimmer – wunderbar! O.k., der Kaffee war Tee und das zum Toaste gab´s nur Butter, aber immer hin…

Am Mittag hat mich dann Dr. Eduard abgeholt. Er hatte Dienst und wir sind zusammen ins Krankenhaus gefahren. Und schnell habe ich gemerkt, was es hier bedeutet Arzt zu sein. Er schnippt mit dem Finger und alle springen. Ein bisschen arrogant, aber man scheint das von ihm zu erwarten – besonders die Patienten. Nachdem wir dann einige (wie ich finde wenige) Patienten angeschaut hatten, sind wir ab in ein Restaurant und er hat erstmal schön bei 30°C und Dienst ein Bier getrunken (die sind hier immer 0,5L…), ich habe mich auf Cola beschränkt (die sind hier immer 0,6L…) Ja, abends sind wir dann noch was essen gegangen – Burger gab´s nicht, aber Reis – war lecker.

Montag wurde ich dann in der großen Runde der gesamten Belegschaft vorgestellt – jetzt grüßen mich wieder alle egal wo ich bin mit „Hello Dr. Mona“… Ja, dann Visite. Hier in Mutengene sind es nur 3 Ärzte und eine sehr komische Visite – jeder macht auf allen Stationen die Patienten, die er möchte. Es schien aber tatsächlich zu klappen. Das Tempo war zwar sehr gediegen, aber die Patienten scheinen alle behandelt zu werden – irgendwie komisch. Dr. Eduard gibt den Patienten (oder auf alle Fälle mir), das Gefühl, dass er eigentlich extrem uninteressiert ist, aber ich habe gemerkt, dass es nicht so ist. Er weiß sehr viel und arbeitet schon seit 7 Jahren hier – das ist einfach kamerunische Coolness.
Ja, und dann am Nachmittag noch seine Sprechstunde – ein Traum. Man kann sich kaum vorstellen, wie der Umgang mit den Patienten ist – ohne, dass die es einem übel zu nehmen scheinen. Sie verstehen meist weder sprachlich noch inhaltlich wovon der Arzt redet und oft versteht der Arzt auch nicht (meist ein Sprachenproblem) was der Patient eigentlich will. Dem entsprechend wird mit den Patienten wie mit kleinen Kinder geredet, aber nicht schön Prenzlauer-Berg-öko-Erziehung, sondern es handelt sich um die gute alte autoritäre Erziehung – mehr so: „What did I say? Did you understand, Mummy?“ Auf alle Fälle sehr lehrreich und anders! Morgen (Mittwoch) geht es dann weiter nach Mbingo!



Aktionen

Informationen

3 Antworten zu “Mutengene”

  • Martin sagt:

    He – supi dass alles geklappt hat! Und wohnst du nun wirklich in dem chicen Reihenhausbungalow, den sie für Dr.Mona bauen wollten?
    — Und gewöhn dir den Umgangston mit den Patienten ja nicht an !!!! Der hier ist mir lieber….
    LG und weiterhin viel Spass!
    Martin

  • Dia sagt:

    Ein Lebenszeichen! Juhuuu. Das klingt nach viel Spannung und ich beneide dich um das Wetter. Bitte mehr Blogeinträge & Fotos. LG Dia

  • Magda sagt:

    Jaaa, unbedingt Fotos 🙂

    Sag mal, hab ich das richtig verstanden, dass noch kurz vor dem Start das Flugzeug repariert wurde??? o_O Das waer ja was fuer mich…

    Wir sind hier grad uebrigens voll faul und machen 2 Wochen Trainingspause.

    Liebe Gruesse!

Schreib einen Kommentar

Du kannst diese Tags verwenden : <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>