The white stuff …
21 04 2010Diesen Sonntag habe ich den berühmten Palm Wine ausgiebig kennen gelernt.
Wie immer ging es sehr früh los (überhaupt beginnen die Tage hier extrem zeitig – der Kameruner ist schon mit den ersten Sonnenstrahlen, so um 6 Uhr, auf den Beinen. Dafür enden die Aktivitäten aber auch meist mit dem Sonnenuntergang um 18:30 Uhr … ich finde das ehrlich gesagt ganz angenehm, obwohl ich eigentlich ein bekennender Langschläfer bin. Aber wenn es um 5:00 Uhr und dann halbstündlich mit „Allaaaahhhuuuhhh Akbaaaaar“ losgeht, ist es ohnehin vorbei mit dem Schlafen … ja, die Moschee ist nicht so weit vom Krankenhaus entfernt). Nicky, Jamie, ich und unsere drei kamerunischen Freunde Emmanuel, Jude und Peter (seit diesem Sonntag nur noch „Uncle P.“), die auch unseren letzten Sonntag am Lake Oku organisiert hatten, machten uns zunächst auf den Weg zur nahe gelegenen palme wine Plantage, wo uns „Pa“ empfing, um uns in die Kunst des Palm Wine-tapping, also der Gewinnung des „white stuff“, einzuführen.
„Pa“ hat keine Schneidezähne mehr und ist schon etwas älter, aber von seinem Handwerk versteht er was!!! Nachdem er die „reifen“ Palmen an den Tagen vorher schon identifiziert hatte, wurden diese ganz weit unten am Stamm angeschnitten, dann wurde am Abend zuvor sehr kunstvoll ein Kanister mit dem offenen Hals in der Kerbe positioniert und am nächsten Morgen war der Kanister halt voll – alles in allem also recht einfach, wa? Nein, natürlich nicht, aber es machte den Anschein … obwohl die Positionierung und die Identifizierung der reifen Stämme mich schon ein wenig überforderte.
Naja, auf alle Fälle muss dann dem Wein nichts mehr hinzugefügt werden – toll, oder? Und am Morgen, kurz nach der Gewinnung ist der Wein schön süß und enthält (wohl) noch keinen Alkohol. Mit der Zeit (also im Laufe des Tages) gärt er unter dem Einfluss der Sonne dann so vor sich hin und schwups, dann ist da Alkohol drin. Ich hab´s nicht ganz verstanden, aber so ist es scheinbar.
Danach gab´s Frühstück bei Uncle P.: Seine Frau hatte FuFu und YamaYama für uns bereitet – liegt ganz schön schwer im Magen so ein FuFu-Frühstück …
Und dann ging es auch schon weiter Richtung Kingomen. Unterwegs noch kurz in einem kleinen Dorf 10 Liter (‼!) Palm Wine gekauft. In Kingomen wohnt nämlich Uncle P.s Familie und da kann man ja nicht mit leeren Händen erscheinen! Jeder in Kingomen kennt natürlich Uncle P. und so haben wir auch seinen Namen erfahren.
Seine Eltern und sein Bruder haben uns sehr herzlich willkommen geheißen und sich so sehr gefreut, dass wir sie besuchen – die Gastfreundschaft ist echt unglaublich! Ja, und da wir die Kanister, in denen der Wein war auf der Rückfahrt ja wieder abgeben mussten, haben wir (so maximal 10 Leute) mal schnell die 10 Liter Wein ausgetrunken – und da war aber irgendwie schon mehr Alkohol drin … Zum Glück durfte ich mich als Frau etwas zieren und zurückhalten, aber die Männer scheinen immer etwas mehr von dem Zeug zu trinken, den ganzen Tag, wie Wasser! Auf dem Rückweg haben wir natürlich noch ein paar mal angehalten, um den verschiedensten Leuten „Hallo“ zu sagen und zu diesem Zeitpunkt hatten Einige glaube ich schon zu viel davon gehabt…
Vorher hat uns Uncle P.s Bruder aber noch zu einer Höhle auf dem Land der Familie geführt. Ihr Land ist wirklich riesig – sie wussten gar nicht genau, wie viel Hektar – und da bauen sie Kürbisse, Tomaten, natürlich Mais und nicht zu vergessen Palm Wine-Palmen an. Und das meiste einfach, um sich selbst zu versorgen!
Ja, die Höhle zumindest war echt toll – hinter einem Wasserfall versteckt. Naja, nicht ganz versteckt, da ja die Regenzeit noch nicht begonnen hat und der Wasserfall daher etwas schwach auf der Brust war, aber trotzdem echt wunderschön – mit Regenbogen und so!
Dann mussten wir aber echt zurück Richtung Kumbo, da „Pa“s Frau ja mit FuFu und YamaYama auf uns wartete, und echt böse geworden wäre, wenn wir die Einladung nicht angenommen hätten. Eigentlich ist Kingomen nicht weit von Kumbo entfernt, aber die Straßenverhältnisse erlauben keine Geschwindigkeit über 20-30 km/h.
Vorher durften wir aber noch eine sehr alte Dame aus Uncle P.s Familie kennenlernen – keiner weiß so genau, wie alt sie wirklich ist – aber sie war schon seeehr alt. Sie kam uns, den einheimischen Tabak in einem Bananenblatt rauchend, entgegen – ein Bild für die Götter. Sie raucht das Zeug wohl unentwegt und so lange wie alle anderen um sie herum denken können!
Alles in allem echt ein gelungener Tag – super für den Start in eine neue 6-Tage-Woche …
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