Das letzte Abenteuer
3 04 2011Tatsächlich – am 21. Februar habe ich noch Besuch aus der Heimat bekommen. Barbara und Magda aus meinem Basketballteam haben die Strapazen einer 2 wöchigen Kamerun-Reise auf sich genommen, nur um mich zu sehen (naja, vielleicht nicht nur, aber hauptsächlich…) Und da das alles so spontan und kurz vor Ende meines eigenen Aufenthalts war, konnte ich gar nicht mehr viel Urlaub nehmen um die zwei gebührend zu empfangen. Aber sie haben sich tapfer geschlagen: Große Hürde Flughafen Douala mit Leichtigkeit links liegen gelassen, dann nach Yaounde, um den Zug in den Norden zu nehmen. Der ist aber leider die Nacht davor ausgefallen, so dass die zwei keine Tickets mehr für die nahfolgende Nacht bekommen haben. Nichts desto trotz waren sie nicht all zu enttäuscht und haben ihre Pläne kurzer Hand verworfen. Daher standen nun Baffousam, Bamenda und schließlich das wunderschöne Kumbo an. Und da bekomme ich an einem Sonntag auf einmal einen Anruf von den Security-Guards: „There are visitors waiting for you!“ Ja, sie haben es geschafft, ganz alleine, ohne Hilfe und ohne Verluste von Douala mit Umwegen hin nach Kumbo und bis ins Krankenhaus – Respekt‼!
Zwei Tage haben die beiden dann bei mir verbracht, sich ausgeruht, den Fon besucht, meinen Schneider kennengelernt, der auch für sie wundervolle Kleidung gezaubert hat, den Markt besichtigt und einfach Kumbo genossen.
Dann sind wir zusammen am Mittwoch gaaaanz früh los, um wieder Richtung Bamenda zu fahren, dann aber weiter nach Buea, denn ICH HABE NOCH MEHR BESUCH BEKOMMEN! Ist das nicht toll? Die Julia, eine ehemalige Arbeitskollegin von mir (inzwischen in der Schweiz tätig), hat es sich nicht nehmen lassen, auf den letzten Drücker auch nochmal vorbeizuschauen. Ja, und da die Julia schon oft in Afrika unterwegs war und auch schon in Tansania gearbeitet hat, wusste sie auf alle Fälle, was sie erwartet und hat sich ebenso tapfer wie Barbara und Magda geschlagen. Sie hat die erste Nacht in Douala zunächst weniger glücklich erlebt, da die Hotelzimmerreservierung irgendwie nicht geklappt hatte und sie nun auf eigene Faust sich in der Ankunftsnacht noch eine Bleibe suchen musste. Aber nachdem das erledigt war, ging es Berg auf (im wahrsten Sinne des Wortes…). Sie hat noch ein paar Tage in Kribi verbracht und sich dann mit uns in Buea getroffen um den Mt. Cameroon – 4095 m – zu besteigen. Also, Mittwochabend in Buea – eine Wiedersehensfreude: Julia, Max, Bri, Ruth und Anton (Ruths Freund war auch am Abend zuvor aus Deutschland eingetroffen) trafen auf Barbara, Magda und mich. Da ist dann diese große Gruppe Weißer am Abend in die Stadt gelaufen, um noch was zu essen und zu trinken, denn am nächsten Morgen war der Spaß vorbei – der Berg rief…
1. Tag: schön früh aufgestanden, damit wir schön früh loskönnen, damit wir den schwülen Regenwald nicht in der größten Hitze durchqueren. Naja, also haben wir uns mit unseren „Portern“ getroffen (Ja, so ganz alleine sind wir natürlich nicht hoch…) und mal noch umgepackt. Aber unser versprochener „VIP-Guide“ fehlte und war auch nicht auf dem Handy zu erreichen. Also, warteten wir und warteten und… da kam auf einmal Hans der „Guide“ um die Ecke – völlig blau‼! Die Porter haben sich köstlich amüsiert, wir waren etwas verunsichert: wie sollen wir den denn da hoch bekommen??? Jean-Claude, der uns all das organisiert hatte, beruhigte uns und sagte, dass Hans leider öfter mal etwas über den Durst trinke, aber schnell beim Aufstieg ausnüchtere und dann sei er ein ganz toller „Guide“. So oder so ähnlich war es dann auch. Am Anfang durch den Regenwald verlor Hans schon regelmäßig den Anschluss – er befand sich immer so 10 Minuten hinter uns. Aber auch die Porter kannten natürlich den Weg, durch den Mt. Cameroon Race, der nur eine Woche zuvor stattgefunden hatte (Der Erste brauchte nur 4 Stunden und 29 Minuten für Auf- und Abstieg, verrückt, oder?), waren die Wege auch für uns gut erkenntlich und wir hatten Spaß. Hans hat trotzdem versucht uns immer wieder interessante Dinge über den Berg, seine Frau (das Meer) und Baumgrenzen zu erzählen. Sogar getanzt hat er mit uns, um den Berg zu besänftigen – lustig! Ja, und im Regenwald war es schon echt feucht irgendwie, also so sehr habe ich glaube ich selten geschwitzt – es lief einfach nur so – bei allen! Als dann die Baumgrenze erreicht war, wurde es steiler – aber wie Hans uns beruhigte, war das noch nicht der steilste Teil. Ja, und hier trennte man sich dann gezwungener Maßen so ein bisschen – jeder hat halt doch ein anders Tempo. Und Max immer vorne weg… Ja, das war schon sehr anstrengend. Es wurde langsam etwas kühler, windiger, die Luft dünner und der Weg steiler. Für jeden großen Schritt musste ich drei Mal durchatmen – erstaunliche Erfahrung! Und wunderschöne Landschaft, super Ausblick, sogar Buea konnten wir sehen, wo ja der Berg sonst eigentlich 90 % im Nebel-Wolken-Dunst liegt.
Die erste Nacht verbrachten wir auf 2800 m in einer Hütte. Das war eigentlich ganz gemütlich. Dann beendete eine Stimme allerdings viel zu früh diese Nachtruhe „Get up!“. Julia schon nach 2 Minuten in den Wanderklamotten. Aber dem Max kam das komisch vor – er schaute clevere Weise zunächst mal auf die Uhr – 1:30 Uhr – mitten in der Nacht. Also schön weiterschlafen. Dann so gegen 5:30 Uhr kamen in der Hütte die ersten Wanderer an, die gegen Mitternacht in Buea losgelaufen waren – mit Taschenlampe. Verrückt!
Der zweite Tag war wirklich der schönste – wir erreichten nach wenigen Stunden den Gipfel, die Landschaft war so anders, so skurril, so schön und der Abstieg durch die Asche und das Lavagestein hat einfach echt Spaß gemacht! Kurz bevor wir den Gipfel erreichten, machten wir noch einen kleinen Umweg zu dem Krater von 2000 – da dampfte es noch… Und es war so windig – unvorstellbar. Also, ich hatte echt Mühe, nicht weggeweht zu werden und dann dreht der Wind auch so plötzlich und scheint aus allen Richtungen zu kommen. Auf dem Gipfel verweilten wir nicht länger als 5 Minuten – zu kalt und viiieeel zu windig. Ja, und dann der Abstieg – am einfachsten und auch am spaßigsten war es, einfach loszurennen – das ist am energiesparendsten, da man nicht so viel bremsen muss… Und es ist einfach echt lustig durch die Asche zu rennen. Die Landschaft ist unglaublich – so abwechslungsreich und so komisch. Zum Teil wie auf dem Mond, dann wieder ewig weit Graslandschaft, zwischendurch auch grünes Gras. Die zweite Nacht haben wir dann kurz über der Baumgrenze gezeltet. Zum Glück gab es eine kleine Quelle dort, wo wir uns waschen konnten, da der Abstieg doch seine Spuren hinterlassen hatte – durch die Asche…
Ja, der dritte Tag war geprägt durch gaaanz krassen Muskelkater. Das hatte ich so echt noch nie. Ja und dann wieder Dschungel und im Grunde nur der Wunsch endlich anzukommen.
Aber wir sind alle heile angekommen und waren alle auf´m Gipfel – das war schon super und nicht so ganz selbstverständlich – 4095 Meter‼!

Der Gipfel
Und während ich diese Zeilen schreibe sitze ich bereits wieder in meinem Berliner Wohnzimmer und kann es kaum fassen wieder hier zu sein – so schnell vergeht ein Jahr!
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Gestern waren wir zur „Krönung“ von Justine in Nkar eingeladen. Justine ist eine VSO-Freiwillige aus England, die mit den hiesigen „women groups“ arbeitet. Als Anerkennung für Ihre Arbeit wurde Ihr gestern vom Fon in Nkar der Titel „Yaa“ verliehen, also Prinzessin. Am gestrigen Tage haben mehrere Menschen dort Ihre Titel bekommen, so dass es ein ziemlich großes Fest war. Schon vorgestern Abend haben wir die Jewjews hier in Kumbo mit großem Trara los laufen gehört. Die Fahrt mit dem Bike (Motorrad) dauert ungefähr 45 Minuten. Das lustige ist, dass ja die Trockenzeit angefangen hat und die Straßen einzige Staubpisten sind – ich war in meinem Leben noch nie so orange… Aber halb so schlimm. In Nkar angekommen haben wir uns dann in unsere traditionellen Gewänder geschmissen und in den Palast des Fons begeben. Da gab´s dann lecker Fufu und Njamanjama und natürlich viel palmwine.

















