Cultural Rendezvous in Nkar

13 12 2010

DSC03408Gestern waren wir zur „Krönung“ von Justine in Nkar eingeladen. Justine ist eine VSO-Freiwillige aus England, die mit den hiesigen „women groups“ arbeitet. Als Anerkennung für Ihre Arbeit wurde Ihr gestern vom Fon in Nkar der Titel „Yaa“ verliehen, also Prinzessin. Am gestrigen Tage haben mehrere Menschen dort Ihre Titel bekommen, so dass es ein ziemlich großes Fest war. Schon vorgestern Abend haben wir die Jewjews hier in Kumbo mit großem Trara los laufen gehört. Die Fahrt mit dem Bike (Motorrad) dauert ungefähr 45 Minuten. Das lustige ist, dass ja die Trockenzeit angefangen hat und die Straßen einzige Staubpisten sind – ich war in meinem Leben noch nie so orange… Aber halb so schlimm. In Nkar angekommen haben wir uns dann in unsere traditionellen Gewänder geschmissen und in den Palast des Fons begeben. Da gab´s dann lecker Fufu und Njamanjama und natürlich viel palmwine.

Dann die ganzen Jewjews, die auf dem Platz vor dem Palast ihr „Show“ aufführten – die bösen, die einen mit Stöcken hauen und vor denen man wegrennen muss und die Lustigen, die mit Eunuchen-Stimmen reden, von Kindern umringt sind und „nur“ Geld wollen – besonders von einer Gruppe „Kimbang“ (Weißen). Die Bösen sind immer umringt von halb nackten, mit Stöcken bewaffneten Einheimischen, die die Jewjews im Zaum halten und uns ein wenig vor ihnen beschützen.

Es erinnerte ein wenig an ein auf ein Dorf ausgeweitetes „Räuber und Gendarm“ – Spiel –man wusste nie genau, wann und wo der nächste böse Jewjew auftaucht, ob man wegrennen soll oder sich einfach nur ducken und verstecken…lustig!

Die eigentliche Krönungszeremonie von Justine war eher unspektakulär – der Fon mit seiner  Kopfbedeckung, die doch sehr en eine Unterhose erinnerte (trotzdem sah er irgendwie majestätisch aus…), sprach ein paar nette Worte über Justines Farm, um die sich von nun an kümmern muss und über Ihre Pflichten als „Yaa“

Alles in allem aber ein sehr schöner Samstag!



Weihnachten in Kamerun

13 12 2010
1. Advent

1. Advent

Lebkuchen-Herz

Lebkuchen-Herz

Backen

„Kommt man in Kumbo eigentlich in Weihnachtsstimmung?“ – eine Frage, die mir in letzter Zeit öfter gestellt wurde. Schwer zu sagen – so die richtige vorweihnachtliche Stimmung, wie man sie bei uns hat, kommt bei uns Europäern hier eher nicht auf. Es ist sonnig und warm, es gibt keine mit Weihnachtsbäumen geschmückte Einkaufszentren oder Straßen, naja, und dann ist man natürlich nicht mit seiner Familie zusammen. Aber andererseits ist es nachts auch ziemlich kalt hier, ab und zu hört man in einem Geschäft Weihnachtslieder und jeder redet drüber. Das angenehme ist: der ganze Weihnachtsstress fällt weg – kein hektisches nach Geschenken suchen, keine überfüllten Geschäfte.

Ein wenig im Stress bin ich, weil wir am 18. Dezember unsere „Burkitt-Lymphom“-Konferenz hier im BBH haben. Ich bin also quasi Gastgeber und muss noch ein paar Vorträge vorbereiten. Aber auch der Stress hält sich in Grenzen.

Max, Bri, Ruth und ich haben aber auf alle Fälle fleißig für unsere Adventsstimmung gearbeitet. Dank eines Päckchens aus Deutschland hatten wir Lebkuchen und Dominosteine und konnten mit Nikolausstiefel- und Rentier-Form Ausstecherle machen. Letzten Sonntag haben wir wie die Wilden gebacken – 2 riesen Lebkuchenherzen, Ausstecherle, Zimtsterne – lecker‼! Wir haben einen Adventskranz und für den 24. besorgen wir uns einen Tannenbaum – wie wir den schmücken ist eine andere Frage, aber ich werde Euch ein Bild zukommen lassen…

Am 24. werden wir 4 unseren Heiligabend alleine zelebrieren – den Kamerunern ist der 24. nicht so wichtig. Wir werden einen Hahn schlachten – den Anska, den wir schon seit ein paar Wochen durchfüttern, damit er schön groß und fett wird… Dann am 25. und 26. zieht man hier von Haus zu Haus und besucht all´ seine Freunde – überall gibt´s Essen und natürlich palmwine. Ja, und abends geht man dann tanzen oder so.

Also, so ein bisschen gesunde Weihnachtsstimmung schon, aber nicht übertrieben.